Der TV 05/07 Hüttenberg muss am Freitagabend die erste Heimniederlage in 2026 einstecken. Gegen den VfL Lübeck-Schwartau unterliegen die Mittelhessen vor heimischem Publikum mit 32:34 (12:15) und das, obwohl die Gäste ohne zwei Top-Spieler angereist waren.
Die Anfangsphase gestaltete sich zunächst zäh. Beide Angriffsreihen hatten Mühe gegen die Deckung des anderen und so brauchte es fast viereinhalb Minuten bis zum ersten TVH-Tor durch David Kuntscher zum 1:1. Philipp Schwarz gelang nach starkem Anspiel von Vit Reichl die erste TVH-Führung zum 4:3 nach neun Minuten, doch die Gäste aus Lübeck behielten zunächst leicht die Oberhand. Vor allem auch, weil die Mannschaft von Trainer Stefan Kneer wie schon im Hinspiel all zu oft an Nils Conrad im Tor der Gäste scheiterte.
So blieb es zunächst eine insgesamt torarme Partie und erst in der 22. Minute gelang es den Hausherren durch drei schnelle Treffer innerhalb einer Minute wieder auf 9:8 vorzulegen. Doch das Team mit den wenigsten technischen Fehler der Liga ließ im Angriff weiterhin zu viel liegen. Zu häufig passte die Abstimmung nicht, was zu Fehlpässen führte oder man ging zu fahrlässig mit den herausgespielten Chancen um. Zwei weitere frei verworfene Bälle nutzte der VfL, der kurzfristig auf seine beiden Top-Spieler Einar Nickelsen und Janik Schrader verzichten musste, um sich auf 15:11 abzusetzen (29‘). Tim Rüdiger verkürzte per Siebenmeter vor dem Pausenpfiff und so wurden beim 12:15 aus TVH-Sicht die Seiten gewechselt.
Auch Durchgang Zwei startete für die Blau-Weiß-Roten nicht optimal. Zunächst vergab Paul Kompenhans erneut gegen Nils Conrad und kurz darauf holte sich Leif Haack, der nach den Ausfällen von Moritz Zörb und Lasse Ohl der einzige verblieben Hinten-Mitte-Deckungsspieler war, seine zweite Zeitstrafe ab. Zum Glück machte es Kompenhans in den nächsten Angriffen besser, so dass sein Doppelpack und ein Tor von Tim Rüdiger die Hausherren beim 15:17 in Schlagdistanz hielten.
Doch Lübeck legte weiter vor und Vit Reichl war es nun, der dafür sorgte, dass der TVH den Anschluss wahrte. Der Kreisläufer zeigte vor allem im Angriff eine überragende Leistung und war in den folgenden zehn Minuten für fünf der sieben TVH-Treffer verantwortlich. So ging auch der Anschlusstreffer zum 22:23 (46‘) auf das Konto des Tschechen, der jedoch auch nicht verhindern konnte, dass sein Team kurz darauf beim 22:25 wieder mit drei Toren hinten lag. Trainer Kneer nahm noch einmal die Auszeit, um seine Jungs auf die Crunch-Time einzustimmen und beordert seine Deckung in die 6:0-Formation.
Doch es sah weiter nicht danach aus, als könnten diese auch ihr drittes Heimspiel in 2026 für sich entscheiden. Vor allem weil das Torhüter-Duell an diesem Abend ganz klar an die Gäste aus dem hohen Norden ging. 5:14 Paraden hieß es nach 54 Minuten zu Gunsten des VfL, da beim TVH sowohl Simon Böhne als auch Yahav Shamir kaum eine Hand an den Ball bekamen. Aber auch der letzte Biss oder Glaube fehlte beim TVH. Während Lübeck jeden Ballgewinn und Treffer lautstark bejubelte, zeigten die Hüttenberger Jungs nicht die gewohnte Emitionalität. Nicht verwunderlich also, dass Lübeck sechs Minuten vor dem Ende mit 30:26 vorne lag. Trotzdem gaben sich die Hüttenberger Jungs nicht auf und als Leon Stehl per Gegenstoß zwei Minuten vor Schluss auf 30:32 verkürzte, keimte noch einmal kurz Hoffnung auf. Doch spätestens als der starke Magnus Holpert mit seinem achten Tagestreffer dreißig Sekunden vor dem Ende zum 34:31 für den VfL einnetzte, war klar, wer an diesem Abend als Sieger vom Platz gehen würde.
TVH: Böhne (4 P. /15 %), Shamir (1 P. / 8 %) – Schwarz (4), Volk, P. Ohl (3), Rüdiger (8/6), Reichl (6), Haack, Gümbel, Anselm, Stehl (2), Kompenhans (3), Dyatlov (3), Schreiber, Kuntscher (3)
VfL: Conrad (14 P. / 32 %), Ferjan – Holzhacker (5/2), Houmøller, Hagedorn (7), Staack, Schramm, Benitez (2), Holpert (8), Hartwig (2), Refsgaard (8), Speckmann, Emdorf (2), Cohen
Schiedsrichter: Hellbusch / Jansen – Zuschauer: 1.250 - Zeitstrafen in Min. (TVH:VfL): 8:10
Foto: Joerg Heinrich
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