Sie können es doch noch: nach über zwei Monaten gewinnen die Zweitliga-Handballer des TV 05/07 Hüttenberg endlich wieder in der Fremde. Beim Tabellensiebten Dessau Roßlauer HV 06 gelingt dem Team von Trainer Stefan Kneer am Freitagabend nach einer engen Partie ein 31:28-Auswärtssieg.
Der Coach hatte nach der Heimniederlage gegen Coburg vor allem wieder mehr Emotionalität von seiner Mannschaft gefordert, um den nötigen Spaß und die Spielfreude wiederzugewinnen, was seinen Jungs in Dessau über weite Strecken auch gelingen sollte. Dennoch sah es nach ausgeglichener Anfangsphase Mitte der ersten Hälfte zunächst danach aus, als könnte sich der Negativtrend der letzten Wochen fortsetzen. Denn nachdem Paul Kompenhans zunächst zum 6:6 (13‘) ausgleichen konnte, setzten sich die „Biber“ durch drei Tore in Folge auf 9:6 ab. Das gefiel TVH-Trainer Stefan Kneer nicht und er bat sein Team zum ersten Mal an die Seitenlinie.
Und seine Auszeit erzielte die gewünschte Wirkung: zum Einen stoppte der Coach damit den Lauf der Gastgeber und zum Anderen fanden auch seine Jungs wieder rechtzeitig zurück in die Spur. Beim 11:11 hatte Tim Rüdiger nach knapp zwanzig Minuten wieder auf Null gestellt und kurz darauf gelang es seiner Mannschaft gar, auf 14:12 wegzuziehen. Hendrik Schreiber hatte getroffen, nachdem Debütant Finn Knop, der kurzfristig für Simon Böhne (Knieverletzung) eingesprungen war, mit seiner ersten Aktion direkt einen Strafwurf der Gastgeber vereiteln konnte. Bis zur Halbzeit kam der DRHV allerdings wieder ran, so dass beim 16:16 die Seiten gewechselt wurden.
Nach der Pause war die 3:2:1-Deckung des TVH sofort hellwach und so nutzten die Mittelhessen drei Ballgewinne, um sich auf 18:16 abzusetzen. Wäre auch in dieser Phase die Wurfausbeute besser gewesen – neben drei Strafwürfen vergaben die Hüttenberger auch an diesem Abend wieder zahlreiche gute Chancen - hätte die Führung sogar noch höher ausfallen können. So hatte zum Beispiel Tim Rüdiger die Gelegenheit auf drei Tore zu erhöhen, scheiterte jedoch vom Strich an Philipp Ambrosius. Somit vergaben die Kneer-Schützlinge die Chance, ihren Lauf fortzusetzen und sich eine komfortable Führung herauszuspielen, denn stattdessen verkürzte Dessau im Folgeangriff wieder auf 17:18.
Und auch im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit blieb dieses Muster bestehen. In der Abwehr zeigte der TVH die von Stefan Kneer geforderte Emotionalität, machte den Gastgebern das Leben schwer und dahinter bot Yahav Shamir mit einigen starken Paraden in den entscheidenden Momenten einen wichtigen Rückhalt. Manko blieb einzig, wie schon in einigen Partien zuvor, die Chancenverwertung, die immer wieder verhinderte, dass sich der TVH absetzen konnte. Als Dessau in der 48. Minute beim 26:25 erstmalig wieder die Führung übernahm, fackelte Stefan Kneer nicht lange und nahm die zweite Auszeit. Erneut eine richtige Entscheidung wie sich zeigte, denn seine Jungs drehten die zu kippen drohende Partie umgehend mit einem 3:0-Lauf.
Als Paul Ohl zunächst selbst zum 30:28 einnetzte und kurz darauf einen Siebenmeter herausholte, hätte David Kuntscher eineinhalb Minuten vor Schluss bereits alles klar machen können. Doch der wurfgewaltige Linkshänder scheiterte bei seinem dritten Versuch vom Punkt an Ambrosius und die Befürchtung kam auf, der TVH könnte wie im Hinspiel den Sieg auf den letzten Metern doch noch aus der Hand geben. Doch glücklicherweise tat es ihm Dessaus Yannick Danneberg im folgenden Angriff gleich. Denn sein Strafwurf landete neben dem Tor und so machte Philipp Schwarz 50 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer zum 31:28 endgültig den Deckel drauf. Ausgelassen feierten die #HüttenbergerJungs den ersten Auswärtssieg seit über zwei Monaten.
Trainerfazit zum Spiel
Stefan Kneer: „Wir sind natürlich sehr stolz und zufrieden. (…) Wir haben es geschafft, über eine stabile Abwehr, viele Emotionen, Kampf und Härte sowohl vorne als auch hinten, wo wir uns in jeden Zweikampf geworfen haben, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. (…) Das war auf jeden Fall ein guter Schritt. Jetzt feiern wir ein bißchen, genießen das Wochenende und dann geht es nächste Woche weiter…“
TVH: Knop (1 P. /33 %), Shamir (11 P. /31 %) – Schwarz (2), Volk, P. Ohl (4), L. Ohl (5), Zörb, Rüdiger (8/4), Reichl (1), Haack, Anselm, Stehl, Kompenhans (4), Dyatlov (1), Schreiber (1), Kuntscher (5/2)
DRHV: Patzwaldt (1 P./100 %), Ambrosius (12 P. /29 %) – Gonschor, F. Haake (1), C. Haake (3), Neagu (1), Powarszynski (1), Nowak (9), Baumgart, Misovych, Schüler (5/2), Danneberg (4/2), Döbbel, Hertzfeld (1), Pust (3)
Foto: Norman Gunkel
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