Ein neues Gesicht erwartet der TV 05/07 Hüttenberg am Freitagabend zum Auftakt in die Zweitliga-Saison 25/26. Denn um 19:30 Uhr ist Aufsteiger HC Oppenweiler/Backnang zu Gast im Sportzentrum Hüttenberg, wenn es zum ersten Mal um zwei Punkte geht. Traditionell wird die Eröffnung der neuen Spielzeit vor und nach Anpfiff gefeiert.
Die Vorfreude ist bei Team und Fans groß, die Nachfrage nach Tickets entsprechend hoch. Bereits seit Anfang der Woche sind nur noch Stehplatzkarten für die erste Partie des TV 05/07 Hüttenberg in der Saison 25/26 erhältlich. So wie die Zuschauer wollen auch Mannschaft und Trainer die Euphorie aus der vorangegangenen Spielzeit mitnehmen und gegen den Aufsteiger mit einem Sieg starten, für den der Schritt in die 2. Bundesliga nach eigenen Angaben einem „Quantensprung“ gleicht.
Denn es ist für den Club aus Baden-Württemberg die erste Bundesliga-Saison überhaupt. Vor 39 Jahren gelang der erste Gang in die Drittklassigkeit. Nach dem zwischenzeitlichen Abstieg kämpfte das Team aus dem Murrtal, rund 35 Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegen, in den letzten zehn Jahren aber erneut in der 3. Liga Süd um Punkte, bevor im Juni nun der ganz große Wurf und Aufstieg in die bundesweite Spielklasse gelang – der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.
Um in der zweitstärksten Liga Deutschlands mithalten zu können, hat sich der HC im Sommer einige erfahrene Neuzugänge gesichert, darunter unter anderem Dominik Weiß auf Halblinks, der über Erst- und Zweitligaerfahrung verfügt, sowie Kreisläufer Tjörvi Tyr Gislason vom Bergischen HC oder auch Paul Krügele (Linksaußen von SG BBM Bietigheim) und Valentin Abt (TuS N-Lübbecke). Dazu kommen die Nachwuchstalente Cedric Mayer (Rechtsaußen) und Dave Hörnig (Tor) von den Rhein-Neckar Löwen II. Dagegen stehen allerdings auch sieben Abgänge, so dass es entscheidend sein wird, wie schnell Trainer Stefan Just den personellen Umbruch meistern wird. In der Vorbereitung musste der Coach verletzungsbedingt auf zahlreiche Akteure verzichten. Es wird also vermutlich noch etwas dauern, bis die Mannschaft vollständig eingespielt ist. Für die erste Zweitligasaison hat der HC die Erwartungen niedrig angesetzt und den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben.
Die Erwartungen nach der herausragenden Vorsaison etwas heruntergeschraubt haben auch die Akteure vom TV Hüttenberg. Zwar möchte man sich durchaus wieder im oberen Tabellendrittel bewegen, ob eine ähnlich starke Runde wie zuletzt gelingt, ist aber fraglich. Die Neuzugänge Torsten Anselm und Danil Dyatlov haben ihre Sache in der Vorbereitung zwar sehr ordentlich gemacht, werden aber sicher noch Zeit brauchen, um sich an das Tempo und die Härte in der 2. Liga zu gewöhnen. Leon Stehl, der für die Rechtsaußen-Position mit einem Doppelspielrecht von der MT Melsungen kommt, konnte wegen der U19 Weltmeisterschaft kaum an der Vorbereitung teilnehmen und lernt seine Teamkollegen und deren Spielweise somit erst in den nächsten Wochen wirklich kennen.
Dennoch ist der Anspruch von Trainer Stefan Kneer und seinem Team, die Partie am Freitag im heimischen Sportzentrum gegen Aufsteiger zu gewinnen und so die Festung „Hexenkessel Mittelhessen“ auch saisonübergreifend weiter zu verteidigen. Personell kann Kneer in jedem Fall aus dem Vollen schöpfen, alle Spieler sind fit und am Freitag an Bord, wenn um 19:30 Uhr der Anpfiff in die Saison 25/26 ertönt. Es sind nur noch Stehplatzkarten erhältlich. Diese gibt es wie gehabt online oder ab 18 Uhr an der Abendkasse in der Geschäftsstelle in den Hüttenberger Bürgerstuben.
Saisoneröffnungs-Feier vor dem Sportzentrum
Wie immer wird der Startschuss in die neue Spielzeit mit einer Saisoneröffnungs-Feier gegeben. Vor dem Sportzentrum erwarten die Fans traditionell frisch Gezapftes sowie Bratwurst vom Grill, Pommes und Apfelwein-Cocktails von Born in the Wetterau.
Das sagt der Trainer
Stefan Kneer: „Oppenweiler hat es im letzten Jahr geschafft, in einer schwierigen 3. Liga aufzusteigen. Sie hatten nach der Saison einige personelle Veränderungen. Zwar sind Führungsspieler gegangen, sie haben aber mit zum Beispiel mit Dominik Weiß, der lange 1. Liga gespielt hat, oder auch Tjörvi Tyr Gislason am Kreis auch viel Erfahrung dazu bekommen. Sie spielen eine sehr bewegliche 6:0-Abwehr, gegen die wir im Angriff Ruhe bewahren und die Räume gut anlaufen müssen, um dann konsequent unsere Chancen zu nutzen. Im Angriff haben sie mit Jan Forstbauer im rechten Rückraum einen entscheidenden Spieler und ansonsten im Rückraum über eine sehr eingespielte Mannschaft verfügen.
Die Vorbereitung war für sie nicht einfach, da sie viele Verletzte hatten und sich daher nicht einspielen konnten. Wir dagegen sind gut vorbereitet und freuen uns auf das erste Heimspiel. Die Halle ist schon gut ausverkauft und die Stimmung wird entsprechend gut sein. Für uns geht es darum, unserem System treu zu bleiben und mit Leidenschaft und Spaß aber auch Ruhe und Konzentration in das Spiel zu gehen, damit wir unsere Heimserie weiter ausbauen können.“
Foto: Jenniver Rözcey