Am 10. Spieltag wartet in der 2. Handball-Bundesliga erneut eine schwierige Auswärtsaufgabe auf den TV 05/07 Hüttenberg. Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie gastiert das Team von Trainer Stefan Kneer am Sonntag bei Erstliga-Absteiger SC DHfK Leipzig. Soll es ausgerechnet gegen einen der Aufstiegskandidaten mit den ersten Auswärtspunkten klappen, müssen die #HüttenbergerJungs vor allem eine Sache dringend abstellen.
Denn in den letzten Partien sorgten immer wieder einzelne Schwächephasen dafür, dass die Mittelhessen entscheidend ins Hintertreffen gerieten und den dadurch entstandenen Rückstand nicht mehr aufholen konnten. So konnten die Blau-Weiß-Roten seit dem furiosen Last-Second-Sieg gegen GWD Minden am 26. September nicht mehr gewinnen, unterlagen zuletzt gegen den bis dato Tabellenletzten TuSEM Essen im heimischen Sportzentrum. Auch hier verloren sie in Durchgang Eins vorübergehend völlig den Faden und verspielten während einer zehnminütigen Durststrecke durch einen 0:8-Lauf ihre Führung.
Ein derartiger „Blackout“ sollte gegen den Tabellendritten aus Leipzig nicht passieren, wollen die Hüttenberger auch nur in die Nähe der ersten Punkte in der Ferne kommen. Denn das Team von Trainer Frank Carstens möchte den „Ausrutscher“ Abstieg so schnell wie möglich vergessen machen und zurück in Liga Eins. Blickt man auf den Kader, sind diese Ambitionen trotz einiger Abgänge sicher gerechtfertigt. Im Rückraum sind sie unter anderem mit Nationalspieler Franz Semper und Neuzugang Finn Schroven (im Sommer vom TSV Bayer Dormagen gekommen) auf rechts, Matej Klima links sowie Spielmacher Dean Bombac und Blær Hinriksson auf Mitte besetzt, und auch die Außen um Top-Torschütze Staffan Peter (rechts) und Lukas Binder (links) bilden mit zusammen 61 Treffern derzeit das torgefährlichste Duo über die Flügel. Ebenfalls ein starkes Duo – das aktuell zweitstärkste der Liga - sind bislang die beiden Torhüter Tomas Mrkva und Anadin Suljakovic, der im Sommer von der HSG Wetzlar nach Leipzig gekommen ist.
Zwei Mal strauchelte der SC bisher: einem starken 37:35-Auswärtserfolg beim HC Elbflorenz folgte eine überraschende 26:27-Heimniederlage gegen Dormagen und auch am vergangenen Spieltag verloren die Sachsen das Derby gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 mit 33:36. Beide Teams gehen also mit einer Niederlage aus dem vorhergehenden Spiel in das Duell, das am Sonntag um 17 Uhr in der QUARTERBACK Immobilien Arena in Leipzig angepfiffen wird.
Verzichten muss Stefan Kneer weiterhin auf Torhüter Simon Böhne, der erneut von U23-Spieler Luis Wehrum ersetzt wird. Der bereits gegen Essen mit Knieproblemen ins Spiel gegangene Kapitän Hendrik Schreiber kann am Sonntag zudem ebenfalls nicht mitwirken. Chancenlos sieht der Coach sein Team bei den favorisierten Leipzigern dennoch nicht und hofft im Gegenteil, dass sein Team in der Außenseiterrolle befreiter aufspielen kann als zuletzt: „Leipzig hat Spieler im Kader, die haben mehr Länderspiele als meine Spieler teilweise Zweitligaspiele. Am Ende wird das aber keine Rolle spielen, denn Leipzig hat gezeigt, dass auch sie angreifbar sind. (…) Sie spielen eine kompakte, großgewachsene 6:0-Abwehr mit Preuss, Rogan oder Hertzfeld in der Mitte, gegen die wir Ruhe bewahren und die Dinge besser auf den Punkt spielen müssen. Für uns ist es eine Chance, uns weiterzuentwickeln. Wir haben nicht den Druck wie in den letzten Spielen.“ Dennoch weiß Kneer auch, dass seine Jungs mit schwierigen Phasen besser umgehen müssen als zuletzt: „In erster Linie geht es darum, Sicherheit zu finden für die nächste Spiele, über die Emotionen ins Spiel zu kommen und auch in kritischen Phasen Ruhe zu bewahren.“ Gelingt es seiner Mannschaft, diese Phasen zu überstehen oder gar zu vermeiden, ist ein Sieg in Leipzig keineswegs ausgeschlossen: „Die letzten Spiele haben gezeigt, dass Leipzig nicht unschlagbar ist. Wir fahren mit der Marschroute dorthin, unser Bestes zu geben und das Spiel gewinnen zu wollen.“
In jedem Fall können sich Paul Ohl & Co. auf Unterstützung von den Rängen freuen. Denn der Fan Club „Loft offs Kärnche“ begleitet die Mannschaft am Sonntag mit einem Fan-Bus.
Für alle die nicht vor Ort sind, wird die Partie wie gewohnt auf Dyn Handball übertragen.
Foto: Jenniver Röczey




