Spielberichte

Erste Heimniederlage gegen Dormagen

Erste Heimniederlage gegen Dormagen

Der TV 05/07 Hüttenberg muss in der Saison 26/27 die erste Heimniederlage einstecken. Im vierten Spiel vor heimischer Kulisse unterliegen die Blau-Weiß-Roten gegen den TSV Bayer Dormagen nach einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung am Ende knapp mit 33:35 (19:18).

In Durchgang Eins lieferten sich dabei beide Teams zunächst einen munteren Schlagabtausch. Dem TVH gelang es immer wieder, Löcher in die Bayer-Defensive zu reißen, aber auch Dormagen fand im Angriff Lösungen gegen die hüttenberger Abwehr. Vor allem die beiden Außenspieler der Gäste, Felix Böckenholt links und Kaj Kriescher rechts, versenkten ihre Versuche treffsicher und sollten am Ende zusammen sechzehn Tore beisteuern. Entsprechend undankbar verlief die Partie für die beiden Torhüter, Christian Ole Simonsen auf Seiten der Gäste und Yahav Shamir im TVH-Tor, die in den ersten zwanzig Minuten kaum einen Ball zu fassen bekamen.

Mit der Einwechslung von Torsten Anselm und David Sehnke nach runde zwanzig Minuten kam noch mal ordentlich Schwung ins Hüttenberger Angriffsspiel. Ersterer fügte sich per Doppelschlag stark ein und brachte den TVH beim 15:13 (23‘) erstmals mit zwei Toren in Führung. Beim 18:15 waren es gar drei Tore, jedoch konnte Dormagen bis zur Pause wieder auf 19:18 aufschließen.

Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren dann ordentlich los und es sah so aus, als könnten sie die Partie vorentscheidend an sich reißen. Doch die Gäste aus dem Rheinland ließen sich nicht abschütteln. Eine zwischenzeitliche 25:21-Führung konnte der TSV in ein 26:27 drehen und alles war wieder offen. Die #HüttenbergerJungs agierten in dieser Phase zu fahrig, ließen einige gute Chancen liegen oder suchten zu überhastet den Abschluss aus der zweiten Reihe und konnten sich bei Torhüter Simon Böhne bedanken, dass die Gäste ihren Vorsprung nicht ausbauen konnten. Im Angriff fehlten zunehmend die Ideen gegen die nun besser stehende TSV-Deckung mit einem immer stärker werdenden Christian Ole Simonsen im Tor und so wechselte die Führung nun hin und her.

Beim 32:31 (55‘) hatte David Kuntscher per Siebenmeter den TVH noch einmal in Front gebracht, ehe Luca Krist erneut egalisierte. Mit einer starken Parade läutete Simon Böhne schließlich die letzten drei Minuten dieses Samstagabend-Krimis ein und lieferte seinen Vorderleuten die ideale Vorlage, um auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch sein gegenüber Christian Ole Simonsen machte es gegen Vit Reichl nicht schlechter und so konnte der TSV durch Jakob Leun erneut vorlegen (32:33, 58‘). Als Paul Ohl im Folgeangriff ebenfalls an Simonsen scheiterte und Florian Boehnert im Gegenzug auf 32:34 stellte, war es passiert. Zwar verkürzte Tizian Weimer zwanzig Sekunden vor Schluss noch einmal und der TVH ging in die offene Manndeckung. Dormagen spielte es jedoch souverän zu Ende und erneut Florian Boehnert machte fünf Sekunden vor der Sirene mit seinem Treffer zum 33:35 endgültig den Deckel drauf.

Auch Trainer Stefan Kneer zeigte sich nach Abpfiff enttäuscht angesichts der knappen Niederlage: „Wir sind natürlich maximal enttäuscht, dass wir das Spiel verloren haben. Unsere Vorgabe war, dass wir hart und konsequent verteidigen, was in der ersten Hälfte noch ok war. Hier fehlt uns leider ein bißchen das Glück. In der zweiten Hälfte verlieren wir egal in welcher Formation zu viele Zweikämpfe und können uns bei Simon Böhne bedanken, dass wir im Spiel bleiben. Wir haben eine gute Phase, in der wir über Emotionen und einfache Ballgewinne mit vier wegziehen. Aber dann werfen wir zu schnell die Bälle weg, verlieren den Kopf und halten uns nicht an die Absprachen. Dann schaffen wir es nicht mehr, Dormagens Stärken zu nehmen und verlieren selbst den Kopf im Angriff. (…) Am Ende haben wir es nicht mehr geschafft, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen.“ Gewohnt selbstkritisch nahm der Coach eine Teilschuld jedoch auf sich: „Ich kann der Mannschaft nicht vorwerfen, zu wenig Emotionen gezeigt zu haben. Aber vielleicht müssen wir uns besser vorbereiten und klarer sein. Das nehme ich auch auf meine Kappe, denn es ist meine Aufgabe, der Mannschaft vielleicht einen einfacheren Plan zu machen und die Dinge etwas herunterzubrechen. Das ist auch für mich ein Lernprozess. Das ist ein Rückschlag, was durchaus zu erwarten war und vielleicht auch der Personalsituation geschuldet war, denn im Innenblock fehlen uns derzeit etwas die Alternativen. (…) Das ist einfach so, daran müssen wir weiter arbeiten und gegen Nettelstedt nächste Woche dann eine bessere Leistung zeigen.“

TVH: Böhne (9 P./29 %), Shamir (2 P. /13 %) – Schwarz (4), Sehnke (1), P. Ohl (3), Spandau, Rüdiger (5), Reichl (3), Haack (1), Gümbel, Weimer (1), Anselm (2), Dyatlov (3), Schreiber (2), Kuntscher (8/5)

TSV: Conzen, Simonsen (13 P. /30 %) – Krist (6/2), Leun (5), Boehnert (3), Kriescher (7), Köster (3), Böckenholt (9/3), Strosack, Bahns, Schmidt, Scholl, Manders, Hein (2)

Schiedsrichter: Friedel / Herrmann - Zuschauer: 1.250 - Zeitstrafen in Min. (TVH:TSV): 2:4 - rote Karten: Driek Manders (TSV, 20‘, Gesichtstreffer)

Foto: Jenniver Röczey

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