
TVH gewinnt Krimi
Der TV 05/07 Hüttenberg bleibt zuhause ungeschlagen. In einer schwierigen Partie drehen die Kneer-Schützlinge ein bis dahin umkämpftes Spiel im Endspurt und gewinnen auch gegen den Dessau-Roßlauer HV 06 am Ende knapp mit 25:24 (12:9).
Dabei sah es vor allem zu Beginn zunächst nicht danach aus, als könnte der TVH seine Heimserie auch an diesem Abend weiter ausbauen. Da David Kuntscher und Niklas Theiß angeschlagen zunächst nur auf der Bank saßen, starteten die Hüttenberger mit drei Rechtshändern im Rückraum. Doch Kapitän Hendrik Schreiber, Paul Kompenhans und Leif Haack taten sich schwer gegen die gut stehende Dessauer Abwehr, so dass die Hausherren nach fünf Minuten mit 1:4 im Hintertreffen lagen. Durch eine Verletzung von Hendrik Schreiber sah sich Trainer Stefan Kneer nach wenigen Minuten bereits zu einem Wechsel gezwungen und beorderte Niklas Theiß in den rechten Rückraum. Doch die Hüttenberger Offensive kam auch dadurch nicht so recht in Schwung.
Eine TVH-Auszeit in der 11. Minute beim Spielstand von 2:5 brachte schließlich die Wende, denn fünf Treffer in Folge und ein starker Simon Böhne zwischen den Pfosten bedeuteten die 7:5-Führung (18‘). Es blieb jedoch eine torarme Partie, teils weil beide Defensiven eine gute Leistung zeigten, teils auch weil die Hüttenberger Jungs sich im Angriff ungewöhnlich viele Fehler leisteten. So ging es beim 12:9 schließlich in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel behielten die Gastgeber zunächst die Oberhand. Doch nach Niklas Theiß Treffer zum 16:12 (37‘) war es eine Auszeit des DRHV, die offensichtlich Wirkung zeigte. Denn nun waren es die Gäste, die durch fünf Treffer in Folge mit 17:16 in Führung gingen (47‘). Irgendwie lief der TVH-Express nicht rund an diesem Abend und es schien, als könnte die Festung Sportzentrum Hüttenberg an diesem Abend tatsächlich zum ersten Mal in dieser Saison eingenommen werden.
Zu viele Unkonzentriertheiten leisteten sich die Kneer-Schützlinge wie z.B. beim 16:16, als Dessaus Kreisläufer Till Leumann bei seinem vermeintlichen Treffer im Kreis stand. Dass das Tor nicht gegeben wurde bekamen Simon Böhnes Vorderleute jedoch offenbar nicht mit und bekamen den Gang zur Mittellinie folgerichtig als Schrittfehler abgepfiffen. Dessau nutzte dies und traf kurz darauf zur 17:16-Führung. Von nun an hatten die Gäste die Nase vorne. Erst ein Gegenstoß, den Routinier Moritz Zörb per Heber gefühlvoll im Dessauer Gehäuse unterbrachte, bedeutete in der 57. Minute den 22:22-Ausgleich und weckte noch einmal den „Hexenkessel Mittelhessen“.
Crunch-Time hat es in sich
Die letzten Minuten hatten es dann noch einmal in sich. Zunächst ging der DRHV beim 22:23 in Führung, doch Vit Reichl und Philipp Schwarz brachten den TVH wieder nach vorne (24:23, 60‘). Eine knappe Minute Spielzeit blieb und als Dessaus Yannick-Marcos Pust per Siebenmeter elf Sekunden vor Schluss zum 24:24 ausglich, schien die Punkteteilung besiegelt. Trainer Kneer legte noch einmal die grüne Karte und erneut gab er seinem Team offenbar das richtige taktische Mittel an die Hand. Denn nach Wiederanpfiff stürmten seine Jungs nach vorne und brachten Philipp Schwarz auf Linksaußen noch einmal in aussichtsreiche Wurfposition. Dieser nutzte seine Chance und verwertete den letzten Versuch zwei Sekunden vor dem Abpfiff zum vielumjubelten 25:24-Siegtreffer.
TVH-Spendenaktion zu Gunsten Kinder-Krebshilfe
Einen weiteren Grund zur Freude gab es bereits in der Halbzeitpause, denn TVH-Geschäftsführer Timm Schneider konnte einen Scheck über 3.000 € an die Station Peiper der Uni-Klinik Gießen übergeben. Diese Summe war bei der Spendenaktion zusammengekommen, die der TVH gemeinsam mit Menschen für Kinder e.V. Ende Januar gestartet hatte. Hinzu kam eine weitere Spende über 250 € seitens der „Interessengemeinschaft Handball“ (IGH). Das Geld kommt der Kinderkrebsforschung der Station Peiper zu Gute.
TVH: Böhne, Shamir – Schwarz (3), Kirschner (4), Theiß (7), P. Ohl (3), L. Ohl, Spandau, Rüdiger, Reichl (3), Haack, Klein, Kompenhans (4), Schreiber, Kuntscher
DRHV: Ambrosius, Mohs – Gonschor, F. Haake (2), Bülow (1/1), Mitrovic (3), Powarzynski (4), Nowak (3), Baumgart, Misovych, Emanuel, Schmitt, Hertzfeld (1), Pust (6/1), Leu (4)
Schiedsrichter: Hillebrand / Umbescheidt – Zuschauer: 1.300 – Zeitstrafen (min) 6:10 – rote Karten: Luka Baumgart (52. Min)
Foto: Jenniver Rözcey