„So ein Spiel gewinnt man in ein, oder zwei von 50 Fällen“, verlautete TVH-Trainer Stefan Kneer vor der Partie. Es sollte am Ende einer der 48 anderen Fälle eintreten. Dennoch war der Abend ein großer Erfolg, denn der mittelhessische Handball stand am Mittwochabend vereint hinter den #HüttenbergerJungs. Der TV 05/07 Hüttenberg unterliegt Rekordpokalsieger THW Kiel mit 23:41 (11:21).
3.560 Besucherinnen und Besucher fanden ihren Weg in die – anders als gewohnt – blau-weiß-rot eingekleidete Buderus Arena Wetzlar. Die Bühne war bereitet für ein Handballfest und das so erhoffte Wunder. Nachdem Nils Hofmann die einst mit der Hüttenberger Aufstiegsmannschaft 2017 komponierte TVH-Hymne in Duett mit den fleißig mitsingenden Anhängern in der Arena zum Besten gab und die #HüttenbergerJungs unter großem Applaus einzogen sollten die Mittelhessen rasch von der handballerischen Realität eingeholt werden.
Kiel entzaubert Hüttenberg in 6 Minuten
Lang sollte die Euphorie in der Halle nicht andauern. Nach dem Auftakt-Doppelpack von Domen Makuc und dem Retour-Treffer von Paul Ohl sollte eine echte Machtdemonstration der Kieler folgen. Spätestens nach dem Treffer zum 7:1 (6. Spielminute) aus Sicht der Kieler war klar: Hier ist heute kein Sieg für die Mittelhessen zu holen. Der TVH fand zwar fortan besser in die Partie, konnte jedoch offensiv wie defensiv nicht mit dem Rekordpokalsieger aus Kiel mithalten.
Zur Halbzeitpause fand TVH-Außen Philipp Schwarz die passenden Worte im Dyn-Interview, ohne dabei den Spielstand zu verkennen: „Ich glaube, wenn man bei dem Spiel keinen Spaß hat, ist man falsch hier. Das ist ein Spiel von dem du als Kind schon träumst, wir haben alle Bock.“ Klares Ziel für Durchgang zwei: Ergebniskorrektur – und ein engeres Zusammenstehen als Mannschaft.
Gümbel und Spandau lassen zum Auftakt in Durchgang zwei Jubeln
Beinahe erfrischend kamen dann die Treffer von Youngster Julius Gümbel und Phil Spandau zum Auftakt in Durchgang zwei daher. Gefolgt von zwei Treffern von David Kuntscher (4:0-Lauf!) konnte man noch einmal auf acht Tore herankommen, bevor Kiel wieder das Ruder übernahm.
Auch, wenn in der Folge kein großer Sprung mehr folgen sollte. Die über dreieinhalbtausend Zuschauerinnen und Zuschauer feierten jedes Tor, jede Parade und jeden Ballgewinn der Mittelhessen. Und am Ende durften nach Schlusspfiff auch nicht zahlreiche Bilder und Autogramme mit den siegreichen Zebras fehlen, sodass wirklich jeder in der Arena auf seine Kosten gekommen ist.
Insgesamt blicken die Hüttenberger Verantwortlichen auf ein rundum erfolgreiches Event zurück und auf einen Handballabend, den man in Hüttenberg eine lange Zeit nicht vergessen wird.
Das sagen die Trainer:
Stefan Kneer (TV 05/07 Hüttenberg): „Wir haben uns ein bisschen mehr vorgenommen. Man hat einigen Spielern angemerkt, dass sie nicht jeden Tag in so einer Halle oder vor so einer Kulisse spielen und sie einigen Respekt mitgebracht hatten. Wir wollten in der Abwehr etwas galliger spielen, aber Makuc hat es sehr gut gemacht. Wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen oder konnten ein Foul machen. Beim 6:1 war das Thema eigentlich durch. Wir haben dann aber auch gemerkt, was passiert, wenn wir annähernd an unsere 100 % kommen, wo wir phasenweise mithalten können. Ich wollte jedem Spieler die Möglichkeit geben, sich zu zeigen. Ich bin froh, dass wir die Halle fast voll bekommen haben und jeder Spieler mal gegen so einen Gegner spielen durfte!“
Börge Lund (THW Kiel): „Danke für ein faires Spiel. Wir haben es von Beginn an Schwer gemacht für Hüttenberg. Unsere Abwehr war beweglich und bereit. Das Spiel hat gezeigt, dass Hüttenberg gut auf uns vorbereitet war. Domen Makuc hat von Beginn an jede Lücke genutzt und wir haben sehr gute Möglichkeiten herausgespielt. Die letzten 40 Minuten waren entsprechend leichter zu spielen. Pokal ist Pokal und wir haben einen riesen Respekt für jeden Gegner, aber unser guter Start hat es einiges leichter für uns gemacht. Wir sind glücklich, dass wir weiter sind.“
Hendrik Schreiber (TV 05/07 Hüttenberg): „Wir sind mit dem Ziel ins Spiel gegangen, den TV Hüttenberg präsentieren zu wollen und zu kämpfen und in jeder Aktion alles zu geben. Das ist uns fast über das gesamte Spiel hin gelungen, natürlich nicht mit dem gewünschten Erfolg. Wir sind in der Abwehr nicht in die Stoppfouls gekommen und haben vorne zu viele Würfe vergeben. Ich glaube es war schön für jeden Spieler, die Atmosphäre aufsaugen zu können. Gerade unsere jüngeren Spieler konnten so sehen, wo sie mal hinkommen wollen und wofür sie jeden Tag hart arbeiten. Wir sagen Danke an unsere Fans und dafür, dass das Spiel hier möglich gemacht wurde.“
Im Stenogramm:
TV 05/07 Hüttenberg: Böhne (11 P.), Shamir; Schwarz (1), Sehnke (1), Ohl P. (5), Spandau (2), Rüdiger, Reichl (3), Haack, Gümbel (1), Weimer, Anselm (1), Dyatlov, Schreiber (1), Kuntscher (8/5).
THW Kiel: Perez de Vargas (8 P.), Wolff (8 P.); Duvnjak, Reinkind (5), Köster (5), Madsen (3), Laube (1), Johansson (4), Dahmke (1), Zerbe (5/4), Faciejew (2), Makuc (6), Pekeler (1), Büchner (3), Nacinovic (3).
Schiedsrichter: Moritz Hartmann, Nils Hennekes – Zuschauerzahl: 3560





